| 2009
Am 4.-5. März 2009 fand im Wiener
Rathaus der Women's World
Congress statt. Die Vorsitzende des Österreichischen
Nationalkomitees für UNIFEM, Dr.in Lilly Sucharipa, war
eine der EröffnungsrednerInnen dieser hochkarätig
besetzten Konferenz.
Mehr Informationen zum Kongress finden Sie hier.
Kriegsverbrechen
und Kindersoldatinnen
Diskussionsveranstaltung mit Richterin Renate Winter
Programm
Am 5. Juni hielt Frau Mag.a Renate
Winter, Präsidentin des Sondergerichtshofs für Sierra
Leone (SCSL), einen Vortrag über Kindersoldatinnen und
Verbrechen gegen die Menschlichkeit, im Speziellen gegen Frauen.
Rund 50 Gäste waren an diesem Abend im ega zugegen und
lauschten den ergreifenden Berichten Mag.a Winters über
die von ihr geleiteten Prozesse gegen Kriegsverbrecher.
Richterin Winter hat im Zuge des Outreach-Programmes des Gerichtshofes
ein Projekt ins Leben gerufen, das ehemaligen Kindersoldatinnen
einen neuen Start ins Leben bietet. Es werden Kurse organisiert,
in denen die Mädchen und Frauen traditionelles Nähen
und Sticken lernen. Zudem lernen sie durch die Hilfe eines
Lehrers Schreiben, Rechnen und den Umgang mit Maßen.
Für viele der Teilnehmerinnen ist dies die erste Möglichkeit
finanzielle Unabhängigkeit und berufliche Selbstständigkeit
zu erfahren. Bisher konnte es rund 18 Mädchen ermöglicht
werden an diesen Kursen teilzunehmen. Ein Kurs kostet 3.000€
und wird alleine über Spenden finanziert.
Im Anschluss an den Diskussionsabend hatten die Gäste
die Möglichkeit, die von den Frauen selbst gefertigten
Kleider zu erwerben. Ein Kleid hat je nach Größe
20-30€ gekostet, der Erlös des Verkaufs in der Höhe
von 440€ kommt dem Projekt zu Gute.
Die Veranstaltung wurde gemeinsam von ega, dem Österreichischen
Nationalkomitee für UNIFEM und dem Vienna NGO Committee
on the Status of Women organisiert und stand unter dem Ehrenschutz
von Dr. Maria Berger, Richterin am EUGH.
Wir danken allen Gästen und SpenderInnen!
Hier finden Sie einen weiteren Bericht
im online Juridicum
Journal
Ist
die Finanzkrise männlich?
Helene Schuberth und Edeltraud
Novy berichten über geschlechtsspezifische Aspekte der
aktuellen Wirtschaftskrise.
Dienstag, 16. Juni 2009, 19.00 Uhr
In Kooperation mit der diplomatischen
Akademie Wien organisierte das österreichische Nationalkomitee
für UNIFEM am 16.06 einen Vortrag zum Thema: Ist die
Finanzkrise männlich?
Mit einem klaren „Ja“ antwortet die Hauptvortragende
und Senior Advisorin der Österreichischen Nationalbank,
Helene Schuberth. Sie führt dies nicht nur auf den geringen
Anteil von Frauen in Führungspositionen und Regulierungsgremien
zurück. „Es gibt wenig Grund anzunehmen, dass Frauen
anders gehandelt hätten“ gibt sie zu bedenken.
Als wesentlichen Grund für ihre Klassifizierung nennt
die Expertin das Fundament, das dem System zu Grunde liegt
und zutiefst männlich geprägt ist. Das Bizarre dabei:
von den Auswirkungen der Finanzkrise sind überwiegend
Frauen betroffen, vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern.
„Höhere Arbeitslosigkeit, weniger Einkommen, Ausweitung
des informellen Arbeitsmarktes und höhere Kindersterblichkeit
sind nur einige der Folgen unter denen Frauen nun verstärkt
leiden“ so Helene Schuberth.
Auch Edeltraud Novy betrachtet die Finanzkrise nicht als „geschlechtsneutral“.
Frauen besitzen nur 1% des Weltvermögens – damit
haben sie sicher keine Krise ausgelöst. Weiters betont
die Vorsitzende des Vereins Joan Robinson, dass Frauen sich
zu wenig mit dem Thema Wirtschaft beschäftigen, vor allem
in den Ländern des Südens. Dies steht im Widerspruch
zum Grad ihrer Betroffenheit. So wurden durch die Asienkrise
die Entwicklungserfolge von fast 20 Jahren zerstört.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Lilly Sucharipa, der
Präsidentin des österreichischen Nationalkommitees
für UNIFEM. „Der Abend war sehr spannend. Auf die
Referate folgte ein angeregter, fruchtbarer Dialog. Die ZuhörerInnen
haben dabei auch untereinander ihre Meinungen ausgetauscht“,
freut sich die Präsidentin.
Besuch von Inés Alberdi in
Wien
Am 12.
Juli 2009 trafen sich Mitglieder des österreichischen
Nationalkomitees für UNIFEM mit der Exekutivdirektorin
von UNIFEM, Inés Alberdi, zu einem gemütlichen
Beisammensein beim Heurigen „Zimmermann“. Lilly
Sucharipa überreichte bei dieser Gelegenheit Inés
Alberdi einen „Scheck“ über 4.500 €
für den UN Trust Fund for the Elimination of Violence
against Women.
Inés Alberdi dankte dem österreichischen Nationalkomitee
für seinen Beitrag zur Bekämpfung der Gewalt gegen
Frauen. Die derzeitige Finanzkrise wirke sich auch auf das
Donorverhalten negativ aus. Daher ist jeder Beitrag von besonderer
Bedeutung. Die Exekutivdirektorin lobte weiters die Arbeit
des ÖNK.
Der Abend gab den Mitgliedern die Gelegenheit Inés
Alberdi näher kennenzulernen und mit ihr und ihrer für
Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Mitarbeiterin,
Anette Braun, über die Arbeit von UNIFEM und über
Fortschritte in der Diskussion über die geplante UN Gender
Entity zu sprechen. Inés Alberdi war optimistisch,
dass diese Gender Entity, die die mit Genderangelegenheiten
befassten UN Einheiten unter einer möglichst hochrangigen
Leitung zusammenfassen soll, bald verwirklicht werden könnte.
Dear Lilly,
I wanted to thank you once again for the wonderful evening
you organized last week in Vienna. I very much enjoyed the
opportunity of getting to know you and other energetic members
of the obviously very active and well-positioned Austrian
National Committee for UNIFEM.
I sincerely appreciate the generous contribution of the Austrian
National Committee to the UN Trust Fund. As it turns out,
it was a precursor to more resources to come: upon my return,
I learned that Austria will contribute again 150,000 Euro
to both UNIFEM core and the UN Trust Fund. I know that much
of the groundwork to receive these contributions is done by
the National Committee and I want to thank you for this as
well.
Please give my warmest regards also to the other members of
the National Committee. I look very much forward to continue
to work with you.
Best regards
Inés
Inés
Alberdi nahm auf Einladung von Nationalratspräsidentin
Mag.a Barbara Prammer an einer IPU Konferenz zum Thema
"Gewalt gegen Frauen" am 13. und 14. Juli 2009 in
Wien teil.
Sie präsentierte Ergebnisse
einer jüngst durchgeführten Untersuchung über
die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Frauen. Besonders
betroffen seien Frauen in den Entwicklungsländern mit
stark exportabhängigen Volkswirtschaften. 22 Millionen
Frauen könnten im Zuge dieser Krise weltweit ihren Arbeitsplatz
verlieren, wird laut Alberdi prognostiziert. In diesem Zusammenhang
nehme bedauerlicherweise auch das Ausmaß der Gewaltanwendung
gegen Frauen zu. Direktorin Alberdi plädierte daher dafür,
den Genderaspekt in allen Konjunkturpaketen zu beachten. Man
müsse fragen, welchen Menschen es konkret nütze,
wenn man sich zur Unterstützung der Autoindustrie, von
KMU im Exportsektor, oder von Textilunternehmen entscheide.
Es geht um Gender-Budgeting, betonte Alberdi.
Zudem sei weltweit darauf zu achten,
dass die Industrieländer und die Finanzinstitutionen
die Versprechungen erfüllen, die sie zur Erreichung der
Millenniums-Entwicklungsziele abgegeben haben. Große
Chancen sah Alberdi im Sektor der "Grünen Wirtschaft".
Dort könnten menschenwürdige Arbeitsplätze
für Männer und Frauen geschaffen werden. Das selbe
gelte für Investitionen in die Landwirtschaft der Entwicklungsländer,
wo Kleinbäuerinnen einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung
der Ernährungssituation in den Ländern des Südens
leisten könnten.
Die 16 anwesenden Parlamentspräsidentinnen
unterzeichneten bei dieser Gelegenheit die "Say NO to
Violence" Kampagne von UNIFEM.
Näheres über die Konferenz
kann auf www.parlament.gv.at
und www.unifem.org
nachgelesen werden. Nützen Sie die Gelegenheit, die neue
website von UNIFEM zu besuchen.
SAY NO - UNITE! End Violence
against Women!
Vor 10 Jahren wurde von den Vereinten
Nationen in New York der 25.
November als Internationaler
Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen ausgerufen.
Die 16 Tage zwischen dem 25. November und dem 10. Dezember,
dem Internationalen Tag der Menschenrechte, bilden den Höhepunkt
in der Kampagne des UN Generalssekretärs zur Beseitigung
der Gewalt gegen Frauen.
Das Österreichische Nationalkomitee für UNIFEM hat
in den vergangenen Jahren die Kampagne „Say NO to Violence
against Women“ tatkräftig und mit finanziellen
Mitteln unterstützt. Wir möchten uns auch heuer
wieder in die neu gestartete Folge-Kampagne unter dem Titel
“Say NO –
UNITE. End Violence against Women“ einbringen. Einzelpersonen,
Organisationen, NGOs und Regierungen sind aufgerufen sich
an Aktionen gegen Gewalt gegen Frauen zu beteiligen.
Das Österreichische Nationalkomitee für UNIFEM
hat am 10. Dezember
mit Unterstützung durch Nationalratspräsidentin
Mag.a Barbara Prammer einen Unterschriften-Aktionstag
im Parlament abgehalten. Alle Regierungsmitglieder und 79
Abgeordnete zum Nationalrat unterschrieben die Kampagne der
VN. Insgesamt konnten an diesem Tag 189 Unterschriften gesammelt
werden.
Diese vom Österreichischen Nationalkomitee initiierte
Aktion scheint bereits auf der website der „Say NO –
UNITE. End Violence Against Women“ website der UN auf.
Ebenso wird die anlässlich des heutigen Tages im Bundeskanzleramt
stattgefundene Veranstaltung
zu Gewalt gegen Frauen, die von Bundeskanzler
Werner Feymann und Frauenministerin
Gabriele Heinisch-Hosek eröffnet wurde als Aktion
in die website aufgenommen werden.Weitere Aktionen, vor allem
Informationsveranstaltungen, sind geplant.
Sollten Sie Aktivitäten haben, die Sie auf die UN website
stellen wollen, so sind wir dabei gerne behilflich. Wir würden
uns freuen, wenn sich möglichst viele Mitglieder, Organisationen,
Regierungsstellen und private Unternehmen an der Kampagne
beteiligen und das Engagement Österreichs im Kampf zur
Beseitigung der Gewalt gegen Frauen damit deutlich zum Ausdruck
bringen.
Dr.in Lilly Sucharipa, Obfrau ÖNK für UNIFEM
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